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Mitteldeutschland ArtikelMitteldeutschland ist ein in unterschiedlichem Sinne und mit unterschiedlicher Absichtrichtung für die "Mitte" Deutschlands benutzter Begriff.
Buch-Tipp: Das Unendliche. Mathematiker ringen um einen Begriff: Mathematiker Ringen Um Einen Begriff Verständliches Werk eines Mathematikers Taschner legt in seinem Buch die grundlegenden Merkmalen der Unendlichkeit dar. Der geschichtliche Hintergrund und die auffrischende Schreibweise lässt ein flüssiges lesen zu.
Die Anekdoten über die großen Mathematiker wie z. B. Newton, Galilei lassen das Verständnis für die mathematischen Probleme... Mitteldeutschland in dem heutigen Sprachgebrauch | |
Am häufigsten begegnet man dem Begriff in dem Zusammenhang mit dem Mitteldeutschen Rundfunk, des Rundfunks der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Begriff Mitteldeutschland erfaßt in etwa das zwischen Harz in dem Westen und Oder/Neiße in dem Osten sowie Berlin in dem Norden und Erzgebirge/Thüringer Wald in dem Süden gelegene Gebiet, dessen Mittelpunkt ungefähr in der Leipziger Tieflandsbucht liegt. Es ist geschichtlich zu dem größten Teil das Gebiet der ersten Phase der deutschen Ostsiedlung.
Der Gebrauch des Wortes wurde beginnend mit den Grundlagenverträgen und spätestens mit dem Zwei-plus-vier-Vertrag unüblich und durch Ostdeutschland bzw. DDR ersetzt. Ostdeutschland genannte jedoch bis in die 1970er Jahre die nachdem Zweiten Weltkrieg zu dem größten Teil abgetretenen Gebiete Pommerns, Ostpreußens und Schlesiens. Diese begriffliche Unschärfe besteht fort.
Nach einer zunächst ablehnenden Haltung großer Teile der Bevölkerung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist in den letzten Jahren eine verstärkte Benutzung des Begriffs zu verzeichnen, der auch auf das Bemühen der Landesregierungen und dem MDR zurückgeht, diesen Begriff vorwiegend zu benutzen. Gründe liegen auch darin, dass der Wunsch besteht, sich innerhalb der neuen Bundesländer voneinander abzugrenzen. Insbesondere die wirtschaftsstärkeren südlichen Länder Sachsen und Thüringen wünschen sich eine solche Abgrenzung gegenüber den wirtschaftsschwächeren nördlichen Ländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Auch die Landesregierungen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kooperieren verstärkt untereinander in der Initiative Mitteldeutschland .
Mitteldeutschland findet sich auch als Namensteil vieler Unternehmen.
Buch-Tipp: Der Begriff Angst. Das Mögliche und die Angst -------
"&. die Angst, daß ich mich verraten könnte und alles das sagen, wovor ich mich fürchte, und die Angst, daß ich nichts sagen könnte, weil alles unsagbar ist, - und die anderen Ängste . . . die Ängste. Ich habe um meine Kindheit gebeten, und sie ist wiedergekommen, und ich fühle, daß sie stets noch so... |
Mitteldeutschland in dem Sinne der Sprachforschung | |
In diesem Sinne genannt Mitteldeutschland das Gebiet, im mitteldeutsche Dialekte gesprochen werden. Die Nennung mitteldeutsch entstand in dem 19. Jh., als man die Dialekte in dem deutschsprachigen Raum behandelte. Vorher unterschied man ca. zwischen oberländischer bzw. oberdeutscher und niederländischer bzw. niederdeutscher Sprache. Bei den Dialektbehandlungen stellte man allerdings fest, dass die Hochdeutsche Lautverschiebung, die den historisch auffälligsten Unterschied zwischen der oberländischen und der niederländischen Sprache ausmacht, in einem sehr breiten Streifen ca. teilweise durchgeführt ist. Aufgrund dieser und einiger anderer Merkmale begann man daher, den Streifen als Übergangsgebiet zwischen dem Oberdeutschen und dem Niederdeutschen zu begreifen. Das mitteldeutsche Gebiet stellt somit das Gebiet der fränkischen sowie der nicht-niederdeutschen Kolonialdialekte dar. Auch die hochdeutsche Schriftsprache gehört zu diesen Dialekten.
Buch-Tipp: Der Begriff des Politischen. Text von 1932 mit einem Vorwort und drei Corollarien Pflichtlektüre für Politologen und Juristen Der Begriff des Politischen ist kompakt geschrieben und polarisiert und heute ungekannter Weise auf hohem Niveau zwischen den Begrifflichkeiten von Freund und Feind. In meinen Augen ein guter Einstiegins Funktionieren totalitärer Ideologien, da Schmitt zeigt, wie nahe Radikalisierung und Polarisierung... |
Mitteldeutschland als topographischer Begriff | |
Unter Mitteldeutschland wird das durch Erzgebirge, Thüringer Wald und Harz umgrenzte Gebiet verstanden. Das Kerngebiet Mitteldeutschlands bildet die Leipziger Tieflandsbucht.
Buch-Tipp: Die Krankheit zum Tode / Furcht und Zittern / Die Wiederholung / Der Begriff der Angst. Für den, der Kierkegaard erst noch kennenlernen will, eher schwere Kost Der hier besprochene Band ist einer von vier Bänden in der dtv-Werkauswahl. Er enthält in deutscher Übersetzung folgende theologisch-philosophische Schriften Kierkegaards, die er seinerzeit unter verschiedenen Pseudonymen erschienen ließ: "Die Krankheit zu dem Tode" (1849) "Furcht... |
Mitteldeutschland in dem Zusammenhang mit der Teilung Deutschlands nachdem Zweiten Weltkrieg | |
In der Konferenz von Jalta wurde beschlossen, den Osten Deutschlands staatlich vom Rest Deutschlands abzutrennen und - je nach Sichtweise - Polen und der Sowjetunion anzugliedern bzw. unter polnische und sowjetische Verwaltung zu stellen, bis die endgültigen Grenzen durch einen Friedensvertrag geregelt sind.
Das restliche Deutschland wurde in vier Besatzungszonen eingeteilt. Als sich in den ersten Nachkriegsjahren langsam zeigte, dass die drei Westzonen stets mehr in den Gegensatz zur sowjetisch besetzten Zone rückten, wurde auch der geografische Begriff "Mitteldeutschland" nicht mehr ca. wie bisher als Mitte Deutschlands in Nord-Süd-Richtung gebraucht, sondern auch als Nennung zur Sowjetzone, in dem Gegensatz zu Westdeutschland für die Westzonen und Ostdeutschland für die abgetrennten Ostgebiete des Deutschen Reichs.
Dieser Begriff hielt sich lange Zeit, da ein abschließender Friedensvertrag erst 1990 mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag geschlossen wurde. Spätestens seit dem hat sich der Begriff Ostdeutschland für das bisherige Mitteldeutschland durchgesetzt.
Es kann aber Sinn ergeben, dann zusätzlich von Mitteldeutschland zu sprechen, wenn der geschichtliche oder kulturelle Hintergrund so gegeben ist, dass eine Abgrenzung zu dem bisherigen Osten Deutschlands sinnvoll ist. Beispiel: "In den Nachkriegsjahren waren in Westdeutschland ein Viertel der Bevölkerung Vertriebene aus dem Osten, in Mitteldeutschland sogar ein Drittel."
Es gibt auch Stimmen, die davor warnen, das bisherige Mitteldeutschland einfach als Ostdeutschland zu nennen, da so ein beträchtlicher kultureller und geschichtlicher Teil Deutschlands einfach negiert würde. Andererseits wird der Begriff Mitteldeutschland auch von revanchistischen Kräften benutzt, um die territorialen Realitäten abzuerkennen, wie der nächste Absatz beschreibt:
Buch-Tipp: Gefährliche Managementwörter Malik einmal anders: "Seichter" aber dafür umso kritischer Dieses Buch von F. Malik sollte man nicht ca. zu Ende sondern mehrfach lesen.
Das Buch ist ca. oberflächlich in einer sehr seichten Sprache geschrieben und vordergündig fällt die häufig sehr flapsige und bisweilen etwas zynische Kritik zu Themenkomplexen wie "Begeisterung", "Emotionen",... |
Mitteldeutschland in revisionistischer Verwendung | |
Die Vertriebenenverbände und die Regierung der Bundesrepublik Deutschland (einschl. großer Teile der Bevölkerung) erkannten die auf der Konferenz von Jalta beschlossene Grenzverschiebung zunächst nicht an. So wurde die Nennung Ostdeutschland für diese Gebiete weiter propagiert. Gleichzeitig war der Rest des ehemaligen Reichsgebietes nach 1949 auf zwei Staatswesen verteilt. Da man die Nennung Ostdeutschland zusätzlich für östlich der DDR gelegene Gebiete benutzen wollte und die offizielle Staatsbezeichnung DDR des östlicheren Staates in dem Westen aus Gründen der des Alleinvertretungsanspruchs (Hallstein-Doktrin) und der Ein-Staaten-Theorie vermieden werden sollte, benutzte man die Nennung Mitteldeutschland für das gesamte Gebiet der DDR. In revisionistischen Kreisen wird dieser Begriff häufig benutzt, um zu betonen, dass nach deren Meinung auch die östlich davon gelegenen Gebiete des Deutschen Reichs noch zu Deutschland gehörten.
Buch-Tipp: Glossar der Gegenwart. Leitbegriffe oder Scheinbegriffe? Durchaus mit Lustgewinn liest sich das kompetent geschriebene, aber nicht stets leicht verständliche, da in der Sprache der Soziologie geschriebene "Glossar der Gegenwart", denn so mancher Begriff, der angeblich maßgeblich unser soziokulturelles Selbstverständnis prägt und reflektiert, erweist sich - zumal falsch... |
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- Jürgen John: "Deutschlands Mitte". Konturen eines Forschungsprojektes. Mitten und Grenzen 2003, S. 108-144.
- Jürgen John (Hrsg.): "Mitteldeutschland". Begriff - Geschichte - Konstrukt. Rudolstadt u.a. Hain-Verl., 2001. ISBN 3-89807-023-9. Hierzu Rezension von Peter Hübner (http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/ZG-2002-006) in H-Soz-u-Kult, 18.01.2002].
- Jürgen John: "Mitteldeutschland"-Bilder. In: Geschichte Mitteldeutschlands. Das Begleitbuch zur Fernsehserie. Halle an der Saale : Stekovics, 2000, ISBN 3-932863-90-9.
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